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Stille im Geist von Taizé

In den Gebeten mit Gesängen aus Taizé in der Stephanuskirche gibt es auch einige Minuten Stille. Eine Zeit, in der weder gesprochen noch gesungen wird. Eine Zeit, die manch einer als sehr wohltuend erlebt - und  jemand anderes als Zumutung. Die eine kommt zu einem tiefen Durchatmen und der andere wird kribbelig und weiß nicht, wohin mit sich. Ob es so oder so ist: ich darf mich in beidem freundlich anschauen, in dem  Vertrauen, dass Gott mich freundlich anschaut, so wie ich eben grade bin.

In der Stille darf ich mich selber wahrnehmen, vielleicht ein wenig tiefer als sonst im Alltag. Und es gibt keinen Grund, streng mit mir zu sein. In der Stille brauche ich nichts zu leisten und nichts zu erreichen, nicht einmal die Stille. Wenn es für einige Sekunden ganz still in mir wird, dann ist das ein Geschenk. Und wenn dann alsbald schon wieder der nächste Gedanke einsetzt – „Hoffentlich schlafe ich diese Nacht besser.“ - „Morgen wird ein anstrengender Tag.“ – „Meine Tochter könnte ruhig mal zurückrufen“ - , dann ist das auch in Ordnung. Die Kunst ist, diese Gedanken kurz wahrzunehmen, dann können sie sich nicht so leicht einnisten. Jemand hat einmal gesagt, Stille, das ist die kleine Pause zwischen zwei Gedanken. Diese Pause für einen Moment zu erleben, das wäre viel. Und kann zu einer Kraftquelle werden. Die Gesänge aus Taizé wollen helfen, in die Stille hineinzufinden. In den Minuten der Stille klingt womöglich der Taizégesang in mir weiter, der unmittelbar vor der Stille gesungen wurde. In manchen klingt auch auf dem Heimweg ein Lied aus Taizé weiter. Meine Hoffnung und meine Freude, meine Stärke, mein Licht, Christus, meine Zuversicht, auf dich vertrau´ ich und fürcht´ mich nicht, auf dich vertrau´ ich und fürcht´ mich nicht. Wenn es einmal gar nicht gelingen will, an die Stille zu rühren, weil die Gedanken zu sehr Karussell fahren, dann kann es eine Hilfe sein, den Blick auszurichten: etwa auf eine der Ikonen vor dem Altar; oder auf eines der zahlreichen flackern- den Kerzenlichter. Davon geht oft eine Ruhe aus. Oder ich kann meinen Atem wahrnehmen und  versuchen, ihn tief bis in den Bauch fließen zu lassen. Auch das kann mich aus den Gedanken holen. Und manchmal geschieht das Wunder, dass nach einem rastlosen Tag das Gefühl aufkommt, wieder zu mir selbst nach Hause zu kommen. Als wäre ich schon längst erwartet worden - von dem, „der da war und der da ist und der da kommt“. Die nächsten Taizégebete in der Stephanuskirche finden statt, jeweils donnerstags um 19.00 Uhr, am 13. Januar 2022 (ausnahmsweise am 2. Donnerstag im Monat!) sowie am 3. Februar 2022. Herzlich willkommen! Volker Stamm

Donnerstag, 27. Jan 2022
Losungstext: Die Gnade des HERRN währt von Ewigkeit zu Ewigkeit über denen, die ihn fürchten, und seine Gerechtigkeit auf Kindeskind bei denen, die seinen Bund halten. Psalm 103,17-18 Lehrtext: Jesus Christus gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit. Hebräer 13,8

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